Der kleine Apfel

So denn“  sagte er  sich.

Ein  kleiner Apfel,  gab seinen Traum

einen neuen Raum,  er  nabelte sich  ab 

und fiel vom seinem Baum.

Als  er zum  ersten mal frei da Unten lag,

alleine im  Gras

er  seine  neue  Situation,  wie ein  spannendes  Buch

aufgeregt las

Seine  Brüder und Schwestern

die  auch zu Fallobst geworden

waren schon von  den  Vögeln  zerpickt 

und zerfressen  von Ameisen  Horden.

Sie  legten  vor der Welt

ihr  höchstes  Gut bereit

denn ihr  Samen,  war  von seiner Hülle

zur  Vollendung  still befreit

Der kleine Apfel  aber  hatte

große Furcht  vorm  sterben

er wollte  nicht nur, ein  Transportmittel

für sein  inneres Gehäuse  werden

Was aber konnte  er  nur  tun

er brauchte  Zeit

um sich  vorbereitend  auszuruhen

Seine  letzen Glockenschläge

ihm immer  schneller  entrannen 

und von innen heraus,  die Kammern,  

zu  faulen begannen

Es  war ihm  recht dass die  Süße 

und frische  vergoren

ja  fauliger  Duft,  ihm  langsam  drang 

durch  seine Poren

Denn so hatte er immer  noch

die  scheinbare Möglichkeit

zu warten  auf  den Zeitpunkt,

bis er sich fühlte  zur  Hingabe bereit

Sein festes  Fleisch

wurde müde und dunkel

auf  seiner verschrumpelten  Haut

kein Sonnenstrahl,  mehr  funkelt

Sein nicht  preisgebender Unmut

der in  ihm höchsten  Güter

verschreckte der um ihn  stehenden

Bäume  Gemüter

Laut knistern,  ungestüm  raschelnd

mit ihren  Meeren von  Blättern

wurden sie zu  seinen

ihn  motivierenden Rettern

Er gab nach dem inneren Druck

ließ  seine  Hülle zerbersten 

und durch einen tiefen Riss,  gebar  er

aus  seinen Kammern,  den  Ersten

Dieser  Samen hatte  welch Wunder

in ihm  so lang  geschützt

geboren einen grünen  Spross

nach  der Erfüllung  seiner Berufung

sein  müdes  Fleisch  zu Erde  zerfloss

Der kleine  Apfel war  Mutter

war  Vater,  war Hülle 

und still wurde  er  zur Stille

Er war nur ein freier  Fall

eines Raumes im  Raum

der konnte  werden  von  einem Samen

zum  nächsten

fest  verwurzeltem  Baum

 

Ein Regentag, welch schöner Tag

Als ich in  einem  Gewitter,

durch  den  kühlen  Regen  lief,

diese  Frische,  mein Bestehen  zu  sich rief

und  weil ich entschloss,  nass zu  werden,

in  meinem  Laufe.

Diese Bereitschaft  schon im  Vorfeld,

mein Leben,  voller entzücken mit  Freude  taufte.

Das alt verschlossene  kindliche 

unbekümmert  sein,

scherte sich nicht um den Regen 

und  setzte freudig Bein vor  Bein.

Ohne ein Ziel,  frei zu  rennen,

nur die Gewissheit

der  Nässe,  schon  zu  kennen.

Die  Arme auf,  im freien  Lauf,

die Hingabe  hebt den  Druck mir auf,

lachen  machte  sich  breit,

humorvoll von  sich  selbst befreit.

Nicht in meinem  stillen, 

Kämmerchen zu  hocken,

weil  das  Wetter vermag 

mich  nicht mehr,  vor  die Türe zu locken.

Die grauen Wolken

tief zu lieben,

das  Grau  des Herzens ,

ist  vertrieben.

Oh frische  Luft,

oh feuchter  Duft,

die Natur  sie ruft

und frei von jeglichen  Erwartungen

sie  uns doch alle  schuf.

Niemals  Regentage mehr  bereuen,

den  Griff,  zur  Wetterfesten Kleidung 

nicht zu  scheuen.

Abgelegt die  anerzogene Angst

vor  schlechtem  Wetter,

dieses  Glückslos wird

vor des Unbehagens,  mutig Retter.

Abgestreift den vorgelebten Missmut,

trag ich aus  Vorsicht,  keinen  Schirm,

sondern ich  kaufte  mir  einen  Hut.

Denn so viel Freude

wie  als,  ich  durch jede Pfütze  sprang,

mit meinen  Freunden,  voll  beseelt

das Leben  liebend,  im  Schlamm mich rang.

Erlebte ich nach meiner Kindheitswelten,

gar nicht,  oder selten.

 

Heute wenn ich  dann  lächelnd,  pfeifend

durch denn Regen  gehe,

bleiben oft  sich fragend,  um  mich herum

unter ihren  Schirmen stehen,

die  Missgesichter

wenn sie  mich,  sehen.

Der Fuchs dem es, an seinem Schwanzende juckt

Es  war  einmal, ein  Fuchs

dem  es  an  seinem Schwanzende, 

tierisch hat gejuckt.

Er  war  im  Kreise jagend,

was  dieses Kribbeln tragend.

Die Zähne fletschend laufend,

aus  der Nasenspitze,  wütend  schnaubend.

Das Ende  dieser Pein  ersehnend,

endlich zu  packen,  diese quälend  roten  Strähnen.

Er voller List,  beim  endlos in die Kurve  neigen,

die Richtung  plötzlich  wechselt,

um abzuschneiden,

seinem Leiden, diesen Reigen.

Es  beginnt  von vorne  seine Hatz,

der  Schwanz,  ist  schneller  als ein Spatz.

Nach  dieser  unaufhörlich,

langen mühsam  Hast,

braucht er dringend eine  Rast.

Auch wenns  noch  tierisch  juckt,

er  schon  vor  Erschöpfung,  leidend  spuckt.

Sein  Martyrium,  ist  noch  nicht  beendet,

doch die  Müdigkeit,

ihm  momentane Ruhe  spendet

und endlich  nach,

einem  Schläfchen voller Wonnen

der verstörend  Punkt,  ist leis‘ entronnen.

Jetzt  ist er wieder auf  der  Jagd,

nach dem,  was  er  auch  fressen  mag

Und die  Moral  von dem Gedicht:

Verzerrt, ein  quälendes  Dilemma,

dir  die gesunde  Sicht,

am nächsten  Tag,

nach einem geruhsam  Schlaf,

erscheint es  oft,  in einem  anderen Licht.

Der Schleicher

Die  Uhr am  Turme

schlägt  gleich Zwölf.

Den  vollen  Mond  durchschneidet

silbrig  eine  Wolke.

In  ihren  Häusern  selig  schläft,

des  Städtchens  friedsam Volke.

Als eine  finstere Gestalt  durchspringt

die  dunklen Strassen,

die  Laternen  zischend 

ihre  Flamm‘ begasen.

Der  große und  der kleine Zeiger

jetzt nach oben  weisen,

mit einem letzten  Klacken

Die Schlegel, an die  Glocke knallen

der Schläge zwölf

bis in  die  kleinsten Winkel hallen.

Die Fensterläden  fest  verschlossen

sollen schützen manche  Waren 

und natürlich vor Gefahren.

Das  letzte Licht  erloschen,

ins  Bettchen tief verkrochen

Verstummt nun auch in dieser  Stube,

ist das  Flüstern,  Wispern.

Man leise  nur  noch  hört

des  Offens,  wohlig Knistern.

Mag  es  ein  Trugbild  sein

das dort im Zwielicht schreitet,

lautlos,  durch die Gassen  gleitet?

Oder Schlimmeres,  ich  möchte es kaum  sagen,

der  hinterlässt  nur  die,

die  am  Grabe  um  ihr Weh, laut  klagen?

Das schemenhafte,  gut  getarnte

Phantom,  sein  Ziel  erspäht

am  alten  Markte.

Ein geducktes  Pirschen  

da  hört  man  schon,  die Zähne  knirschen.

Ein  schneller Lauf,  ein Sprung

und  aus  dem  Schatten,

lichtet  sich  der Reißer

der  auf  der  Jagt  ist,  nach  den  Ratten

die an  des Marktes Resten,   Picknick machen.

Durch  seine  scharfen Krallen,

die  Nager  leblos  fallen.

Diesem leisen Jäger,

die Tafel  wurd  gedeckt

weil er  war,  so  gut  versteckt.

Nach dem reichen  Male,

leckt  sie  sich noch  die Pfoten,

um zu  beseitigen,  das  Blut  der Toten

und mit ihrer  Tatze

die  Schnurrbarthaare  legt,

sich  fein zu recht,  die  satte Katze.

Nach  diesem  kulinarischem  Feste,

was  kümmern  sie denn,  noch  die  Reste.

Im  Mondlicht  auf  des Marktes  Mitte,

zufrieden  schnurrt  der  Schleicher,

nach bester,  Fellnasen  Sitte

 

 

Der Menschheit Lärm

Du hast  der Tage ferne  Zeit

in  allen,  deiner  tiefen Blicke

geformt,

zum aller  schönsten  Schein.

Nun  lass  dein  Herz

in weiten Zügen

all die alten Momente,  neu  entdecken

Damit am Ende  allen  Seins

du wirst  die  Essenz,  des  Lebens

wahrhaft  schmecken.

Wir  haben  oft  und  abermals

mitten  drin im  irgendwo

im  weit  entfernten Nirgendwo

den Hauch der  Seele, 

fehl erkannt.

Drum leider,

fanden  all  zu  selten  wir,

die Wärme,  unser  eigen Hand.

Doch  des Lichtes  Güte,

sucht die  Seele,

damit das  Loch sich selber flickte,

immerfort,

der stille  Klang der  Sehnsucht,

mich zum träumen

fern ab,  

der  Wahrheit  schickte.

Ich  stand  auf  des Berges Gipfel 

und  wagte  nicht, 

die  letzten  drei  Schritte

zum  höchsten Punkt der  Spitze.

Nur  Härte zu mir  selbst

ließ  mich  erklimmen,

die  Schwere  des Gesteins

und in  dem  Focus,

auf  den Stieg  zum Himmel

verlor ich  die Gewissheit,  meines  Seins.

Leer und  ausgebrannt,

suchte ich nach  meinem  Spiegelbild,

unverhüllt und  nackt. 

Es war fort  mein  Glaube,

der ward  mein  schützend  Schild.

Drum wie Hackfleisch fühlte das Gedärm,

nur  tausendfach,  der Menschheit  Lärm.

Der vertrocknete Fluss

Feuerwände,  gleißendes  Licht

Körper  zerfallen zu  Staub

und  reisen ins  Nichts

Stürmendes  Inferno,  im  flammenden  Wind.

Der letzte  Zweig,  am  Baum  des  Seins

knickt ab,  zerbricht

Auf einer  Brücke

umgeben  von Rauch,  ein Kind.

So allein  und verwaist

voller  Asche den  Leib

die  Füße  vereist

Unter  der Brücke,

im  ausgetrockneten Flussbett,  ein  Rind

zu  dem  stolpert,  das  unschuldig  Kind

Das Euter  so  prall

verschont vom  Verfall

Auf  einem  Schemel  aus Knochen

die aus  der  Rippe gebrochen.

So  sitzet  der  Knab‘,

seine  Hände am Euter,

melken  den Lab

Der  vertrocknete  Fluss, füllet  sich schleichend

zischend und  dampfend,

bahnt  der  Quell,  seinen Weg

Aufs Neu,   das Puzzle

unverfälscht  abgelegt

Friedlich, wird  das Leben

aus  dem  Rinnsal, erfleht,

und zu  Erde,

zu  Erde  warm  duftend

die  Asche,  zergeht

Zwei  Augen,

müde,  alt doch  weise

schließen  sich,  bedächtig  leise

Das  Kindschlägt  Wurzeln  

und

wachset  zum  Baum

seine Früchte  sind süßer,

als der  barmherzigste  Traum

Das Rindversteinert  

und

türmt  auf  sich,  zum Berg

so  hoch  seine Spitze,

dass allein,  der Himmel  sie nährt

 

Hier Dort

Hier,  Dort,

zwei Enden verbinden

einen  Weg aus  Licht,

durch  die  Dunkelheit finden.

Keine  Tür  zum  Schafott,

kein  Fenster zum  Nichts,

keine Stufe  nach  oben,

wo Erlösung geboten.

Die Augen  öffnen

denn der  Wunsch 

nach  dem  Anderen,

lässt mich ruhelos,  wandern.

Das Hier ermessen,

vom  Dort besessen.

Doch Dort, bin Hier 

und Hier, bin  Dort.

Umringt von  Kerzen,

male  ich  blutende  Herzen,

ich  vermag nicht  auszumerzen,

die  langen  Schatten,  der  Schmerzen.

Denn mein Wesen,  will  fassen

was es  sollte  loslassen.

Bin  nicht Hier,  bin  nicht  Dort.

Bin fort.

 

Das Glück und die Traurigkeit

Das  Glück und die Traurigkeit,

in  meinem Leben,

sich ohne  Umarmung,  

unsagbar zueinander hin  sehnen

und  müssen  doch weit fort

von einander,  nur  bestehen.

Ich  weiß  sie leben

von  den  kleinen  Dosen 

und  alles  wäre  ohne Bedeutung

könnten sie sich innig, liebkosen.

In  ihrer Trennung

sie nur  wahrhaft  existieren

wenn  sie das Bild,  ihres  gleichen Wesens,

in sich,  manifestieren.

Wie gerne  würden sie sich

die  Hände  reichen

aber nur durch  diesen Pakt

sie  stellen jedes Daseins,  Weichen.

Ihr Gesicht lebt in mir

mit den selben  Zügen,

keines  dieser beiden  Gefilde ,

wird  jemals,  mein  Herz  betrügen.

In  ihrem  gegenseitigem 

annehmen und  vermissen

werden sie immer wieder,  in  die  Sphäre

des  Anderen,  hineingerissen.

Doch  der Raum,  die  Grenze

zwischen  den  Beiden,

nur eine Zone,  ohne,

befreiendes  lachen,  wie  weinen.

 

Oh du mein Grashalm, Mein

Oh,  

du mein  Grashalm

du  mein  Grashalm,

oh  du  mein Grashalm,

du  mein  Grashalm,  Mein

Hab  dich gehegt,

hab  dich  gepflegt

Oh,  

du mein Grashalm,

du  mein Grashalm,

oh du mein  Grashalm,

du mein  Grashalm,  Mein.

Wollt auf dir stehen,

wollt  auf dir gehen

Oh,  

du  mein  Grashalm

du  mein  Grashalm,

oh  du  mein Grashalm,

du  mein  Grashalm,  Mein.

Kein  Wind  kein  Sturm,

konnte  dich  je knicken

Oh,  

du mein Grashalm

du  mein  Grashalm,

oh  du  mein Grashalm,

du  mein Grashalm,  Mein.

Doch hat einmal  ein  Hund,

auf  dich geschissen.

Oh,  

du  mein  Grashalm

du  mein  Grashalm,

oh du mein  Grashalm,

du mein  Grashalm,  Mein.

Doch du  hattest satt,

die  Faxen

Oh,  

du  mein  Grashalm

du  mein  Grashalm,

oh du  mein  Grashalm,

du mein  Grashalm,  Mein.

Und  bist über die Scheiße,

hinaus  gewachsen.

Oh,  

du mein Grashalm

du mein  Grashalm,

oh du mein  Grashalm,

du mein  Grashalm,  Mein.

 

Der volle Mond

So lang  der Weg,  so  finster  die  See

so  groß  ihr Wellenschlag,

kein  Sturm  kann  mich  entreißen

all  der Blicke  Deiner,  denen ich  so  oft  erlag.

Suchte Dich durch  Zeit  und  Raum

verlor mein Sein, ihm  düster  Traum

denn  alles was  ich  mit mir nahm

warst Du  mein  Herz, voll  Schmerz  und  Scham.

Nun  naht  an  die Nacht, mit  ihrem  dunklen, 

doch  durchsichtigen  Kleid

der volle Mond am  Himmel, durch  silbrig Wolken 

weint und lacht  zugleich.

Er  leitet heimlich fort mich 

aus  meinem  tiefen  Kummer

damit die  Nacht nicht erhebt  für  sich  allein, 

den  Anspruch  auf  den  Schlummer.

Ja ich wünscht, auf  dieser Licht  erfüllten 

Brücke  könnt ich gehen

um  danach  die Nacht  in  ihrer 

wahren Schönheit, zu  verstehen.

Aber  wenn Nacht sich nicht  verstehen lässt, 

bleibt  dunkel sie allein

doch sind  die  Augen  mit  Licht erfüllt

werde  frei  von Furcht,  ich in ihr sein.

Und so

von purpurnen Wolken still  getragen, 

kehrt  Heim  mein  müdes  Herz

der Himmel  mag  mir  gleißend leuchten

denn  vergessen ist, mein  Weh  und Schmerz.