Gekreuzigte Ritter * Andromedas Licht

Ich vermag es nicht zu nehmen

doch begleiten möcht ich dich.

Will behüten, deine Suche,

dämmen Sturmes Fluten,

sanft stoppen, deiner Wunde bluten.

Ist von Trauer benetzt dein Haupt

soll Nähe, soll Traum,

dir kühlen deine heiße Stirn.

Meine Worte

will leise ich dir flüstern, höre:

Die Pforte  zum Orte

allen Geben‘s seih’s,

vom Anfang zum Ende

ein Punkt und ein Kreis.

Denn, den Einen raubten,

ja vorher nicht:

Gekreuzigte Ritter  * Andromedas Licht.“

Ist nicht Blut, 

welch alt vertrocknet, 

wartend und geschwächt

durch den Verwitterungsprozess.

Keine Schale,

stumm vergilbet,

die zu erfassen bringt’s Gerecht.

Keine Türe die verschlossen

vor der du kommst abrupt zum stehen,

um zu öffnen dir

die Gaben,

die im Ursprung Universen in sich tragen.

Kannst nicht finden

du den Schlüssel,

der dich abhält durch zugehen?

Artefaktes Neuverstehen!

Schau eine Blume die birgt Leben

in ihrem Lauf sich voll vereint,

so wird der Kelch

aus deinen Händen,

fangen sie den Regen für dich ein.

Wollt ich könnte, mit Gewissheit sagen,

dass in uns allen ist der Gral.

Für mich er heißt Gedenken

und sollte stehen als das Mal,

dass in allem unserem lenken

wir haben immer eine Wahl.

Nun zum Ende meiner Zeilen

steht der Weg davor, danach.

Drum durcheilen mich Gedanken

der Barmherzigen Geschicht‘,

so bevor mein Stand will wanken 

und ändern sein Gesicht.

Ersehnen Geist und Herzen,

dass nun ein Stück weit

Erkenntnis aus ihnen spricht.

Das Herz erweichen

Ein verhärtetes Herz 

das Leben umkehrt, 

die Tür aus Licht versperrt. 

In des Ritters hohen Werten 

die Katharer wohnen. 

Spielkarten fallen, 

aus vergreisten Händen 

auf den gläsernen Boden. 

Ob Oben stehend, ob unten sehend 

die verdeckten Karten, 

durch Ausschlussverfahren zu erahnen 

und doch niemals in vollendeter Gewissheit 

sich über alles zu fühlen, erhaben.

Das Herz erweichen,

in ihm einen Ort 

voll Frieden erreichen.

Loslassen, das Gegenüber erfassen,

Nächstenliebe aus der Annahme des Selbst.

Nur über das eigene Ich ,

man doch wahrhaftig,

ein gerechtes Urteil fällt.

Drei Wölfe

Zwei Wölfe

schlichen Nacht’s um Zwölfe,

zu des Schäfers Herde.

Ihr Hunger ihnen streng befahl,

mit Blut zu tränken nun die Erde.

Ein Lamm im Schlafe unbewacht,

vier Bisse tief, 

entzogen ihm des Lebens Pracht,

in dieser schicksalshaften Nacht.

Selbst ließen ab sie nun erschrocken,

würden flüchten ohne Fleisches Brocken.

Im Detail möcht‘ ich nun nicht verweilen

nur so viel,

niemand könnt die Wunden heilen.

So leise wie sie gekommen waren

verschwanden sie in Nebelschwaden.

Nicht viel hinterließen sie

von ihrem fetten Male,

welches ihre Bäuche wohl sättigt, 

für die kommenden Nächte und Tage.

Wenn ich nun bedenke 

welch Schauspiel es mir schenkte, dieses Lamm, 

was wild so tollte, unbeholfen über Wiesen rollte,

macht melancholisch mich

der Lauf des Lebens.

Aber wenn ich daran denke, 

welchen Augenschmaus es auch mir schenkte,

an Rosmarin Kartöffelchen,

mit Bohnen fest gerollt in Speck, denn zu Lamm,

mir so am besten schmeckt.

Dann, ja dann beneide ich die Wölfe zwei,

und wünscht ich wär‘ Wolf Nummer drei.

Denn es gehört nicht zu ihrem Brauch,

nur aus Appetit darauf

mit kulinarischen Genüssen, 

fett und rund zu füllen ihren Bauch.

Kindheitstage

Jahrzehnte, Jahre

Monate,Tage…..

So unerreichbar weit,

liegt nun schon zurück diese Zeit.

In der wir tollten, auf unseren geheimen Fährten,

durch der Nachbarn Gärten.

Auf den Blumenwiesen jagten wir, 

unbeholfen den Schmetterlingen nach

und keine noch so kleine Schuld, 

in unseren Händen lag.

Wir flaxten, wir lachten, 

als vor den erschrockenen Passanten

unsere 

Knallfrösche krachten.

Wie kleine Schokoküsse sahen unsere Bäuche aus,

denn an den so heißen Sommertagen,

wollten wir einfach nicht 

aus dem kühlen Wasser, des Freibades raus.

Kein noch so kleiner Winkel 

blieb uns verborgen.

Die Welt war groß, war schön,

so frei von allen Sorgen.

Das ganze Leben war ein Abendteuer, 

jeder von uns ein strahlender Held 

der kämpfen konnte gegen jedes, 

noch so furchterregende Ungeheuer.

Wir saßen in den Wipfeln der Bäume und warteten, 

auf den immer stärker werdenden Wind.

Wir spielten an den Bächen, 

der einst so lebensfrohen Läufe, die nun vertrocknend sind.

Mich-Manufaktur

Ein Siegel vorm Spiegel

in dem du die Zukunft erfährst.

Doch wenn du es zerbrichst, 

in dem Spiegel, zerfällt nur dein Gesicht.

Hinter Heucheleien 

versteckte sich meine Sicht,

schnitt mir ab

mein Lebenslicht.

Bevor sie mich verzehrt

musste erlöschen diese Glut.

Es fehlt dem Nähren der Traumflamme, 

einfach nur an Mut.

Ich dümpel als Stümper,

als traurig Gestalt,

der in all ihrem Wirken

Melancholie bitter nachhallt.

Ich habe vergessen den wahren Bestand

unterschrieb mehr und mehr,

Verzichtsverträge,

die mich zum Sklaven ernannt.

Durch immer größer werdend Druck

aus meinem Innersten heraus, 

presste sich die Existenz,

in einen Marathonlauf.

Damit ich den Kopf 

nicht weiter pfähle,

lausch ich dem Liede,

meiner Seele.

Ich leckte am Meer,

das Salz von den Steinen, 

um zu schmecken, 

den Gehalt des absolut Reinen.

In dem Bestreben

pur und einfach zu leben, 

ich eine Melodie erschuf,

wie einen leisen Ruf auf langem Flur.

Denn in der Mich-Manufaktur, wird gearbeitet rund um die Uhr.

Der innere Speicher

Auch wenn ich einen Schritt weit 

die Gabe des Erkennens habe,

so verscharrt unter mir der Alltag 

so manche Erkenntnis,

mit des Vergessens, schroffer Harke.

Der Wunsch, in mir, dass der Acker weit,

von seinen Schädlingen ist befreit,

doch die Läuterung des Selbst 

braucht einfach nur Zeit.

Das Herz fühlt sich so Ungestüm

zwar schon zum Ernten bereit,

doch die Saat braucht Pflege 

und mühsam sind diese Erhaltungswege.

Kein Lobgesang, kein Müßiggang,

nur ein Bauer sein, 

bei seinem täglich Werk,

der den Fortbestand erfahren hat bemerkt.

Bei Sonne und bei Regen,

prüfend die jungen Knospen abzugehen,

um in des Winters schweren Weiten

den Wohlbestand zu halten.

Ich erstrebe, es seihen wie bei einem Landwirt

weise meine Hände,

damit die Zukunft, meinem inneren Speicher,

Geborgenheit und Liebe schenke.

Schulfach Transzendenz

Unsere westliche Hemisphäre,

ist ein uns immer stärker und stärker 

fordernder Leistungsapparat.

Welcher unterdrückt sehr oft, 

eine zum ureigensten Ich

wegweisende Tat.

Sollten wir uns nicht deshalb 

von gesellschaftlichen

Konfusionen lösen?

Um nicht weiter nur halb betäubt,

im Dämmerzustand

vor uns hin zu dösen? 

Viele Wege führen 

zu Mammon und Macht,

doch es gibt nur einen,

der uns inneren Reichtum

verschafft.

Der Weg zu uns Selbst

zur eigenen Transzendenz,

das wäre wohl ein/das Fach in der Schule

welches hätten die Wenigsten 

geschwänzt.

Wir benötigen nun einmal 

freie und kreative Denker,

die für uns alle 

werden könnten 

zukunftsweisende Lenker.

Ja und vielmehr noch,

glückliche Menschen,

die einander mit 

Liebe und Verständnis

beschenken.

Der Friede auf Erden

könnte meines erachten‘s nach,

darum nur dann Wirklichkeit werden.

Wenn unsere Nachkommen 

auch in der Schule, 

sich selbst zu lieben erlernten.

Das arme Nas‘

Es war einmal ein Nashorn,

welches beim klettern fiel

in seiner Hast,

denn vom Baum brach ab 

der dünne Ast.

Beim Sturz ging ihm das Horn verlorn,

zersplitterte in aber tausend Sporn.

Das arme Nas‘, so ohne

Horn, 

das hatte sich ganz fest geschworn:

Von nun an mach ich nur noch Rast,

 auf einem dicken Ast“.

Das arme Nas‘, so ohne

Horn,

geblendet nun von der Sonne vorn,

verbrannt es sich so ohne Horn, 

die Ohrn.

Das arme Nas‘, so ohne

Horn,

schnitzte sich ein neues, 

prächtig feines, nicht zu kleines,

Sonnenschutz-Nas‘-Prothesen-Horn.

Setzte es auf seine Nasenspitze,

doch leider unter dem

Sonnenschutz-Nas‘-Prothesen-Horn, 

das arme Nas‘ so schwitzte,

dass es wegwarf, das selbst Geschnitzte.

Das arme Nas‘, so ohne

Sonnenschutz-Nas‘-Prothesen-Horn,

lebt nun auf seinem Maule vorn,

für immer ohne seinen nützlich Dorn, 

dem Horn.

Ein Vagabund, ein unstet Herz

Dichtung geschmiedet

aus der Weisheit Federschwingen,

mag glänzend sich erheben.

So Wort will Wort durchdringen,

wenn Reime sich vermählen.

Einen Träumer,

nanntest du mich höhnisch

und lachtest wie das Feuer brennt.

Doch was du nie verstehen wirst,

nur der Traum die Wahrheit kennt.

Du verkanntest meinen sanften Blick,

dachtest Schwäche wäre keine Qual.

Ich musste lächeln,

denn du sahst es nicht,

sie war nur meine Wahl.

Wie ein Samurai

nach blutig Schlachten,

mit Poesie, die tiefste aller Wunden stillt.

So bin auch ich nur ein müder Krieger,

der verloren hat, dein Bild.

Wie verfallen und gebunden

ein Herz in/an der Liebenden Pein,

so wurd‘ das Augenlicht

nun geblendet und geschunden,

vom in sich rastlos nichtig sein.

Mit jedem abgezählten Herzschlag,

zurück zum Ursprung

möcht‘ ich wandeln,

um die Stille, die wahrlich nur im Frieden liegt,

auf meinem Wege zu erlangen.

Ein leiser Seufzer.

Ein klagloser Moment

befreit von des Alltags Schwere.

Ein unberührter Flügelschlag.

Ein Hauch der Liebe, mich in sich gebäre.

Ein Vagabund, ein unstet Herz,

das mag ich wohl alles sein,

doch ganz gewiss, wer immer sich

in meinem Herzen finden wird,

der ist nie mehr allein.

Im hier und heute wieder fand

Loslassende Abschiede, 

habe ich nie wirklich erlernt. 

Leider fiel mir meistens erst auf, 

wie bedeutsam viele Menschen waren, 

so Meilen weit entfernt.

Meine Augen flüchteten 

zu oft an die Wände, 

ich verschluckte die Worte 

im festem Druck, 

der mich halten wollenden Hände.

Meine Lungen vermochten

im Erhalt des Momentes,

nur seufzend tief zu atmen,

damit ich nie mehr vergesse 

ihre wunderschönen warmen, Namen. 

Rückblickend hätte ich heute

gerne etwas weises gesagt, 

damit mein stumm gebliebenes Herz, 

mich nicht mehr mit Traurigkeit 

all zu oft noch plagt.

Aber so war ich gewesen,

so bin ich nun mal eben! 

Ich hoffe sehr, 

mit einem freudigen Wiedersehen, 

beschenkt uns, beschenkt mich das Leben.

Es mag sein das ich Manchem, 

Unrecht durch meine Stille habe angetan.

Doch ich konnte nicht anders, 

als tief gerührt, so still, so leise, 

durchtränkt von Abschiedsschmerz,

in mich versunken, nur davon zu fahren.

Ich wünsch euch das Ihr weiter lebet wohl 

und habt für alles vielen Dank! 

Denn all eure Gesichter, 

mit einem, mein Herz erwärmenden

und meinen Geist betörenden Lächeln, 

ich in mir, im hier und heute wieder fand.