Drei Wölfe

Zwei Wölfe

schlichen Nacht’s um Zwölfe,

zu des Schäfers Herde.

Ihr Hunger ihnen streng befahl,

mit Blut zu tränken nun die Erde.

Ein Lamm im Schlafe unbewacht,

vier Bisse tief, 

entzogen ihm des Lebens Pracht,

in dieser schicksalshaften Nacht.

Selbst ließen ab sie nun erschrocken,

würden flüchten ohne Fleisches Brocken.

Im Detail möcht‘ ich nun nicht verweilen

nur so viel,

niemand könnt die Wunden heilen.

So leise wie sie gekommen waren

verschwanden sie in Nebelschwaden.

Nicht viel hinterließen sie

von ihrem fetten Male,

welches ihre Bäuche wohl sättigt, 

für die kommenden Nächte und Tage.

Wenn ich nun bedenke 

welch Schauspiel es mir schenkte, dieses Lamm, 

was wild so tollte, unbeholfen über Wiesen rollte,

macht melancholisch mich

der Lauf des Lebens.

Aber wenn ich daran denke, 

welchen Augenschmaus es auch mir schenkte,

an Rosmarin Kartöffelchen,

mit Bohnen fest gerollt in Speck, denn zu Lamm,

mir so am besten schmeckt.

Dann, ja dann beneide ich die Wölfe zwei,

und wünscht ich wär‘ Wolf Nummer drei.

Denn es gehört nicht zu ihrem Brauch,

nur aus Appetit darauf

mit kulinarischen Genüssen, 

fett und rund zu füllen ihren Bauch.

Advertisements

2 Kommentare

  1. Lieber Michael,
    das hast du treffend dargestellt, den Unterschied zwischen Mensch und Tier. Völlerei contra Überlebenskampf!
    Schönes WE, bin auf die nächsten Reime gespannt.
    Sabine


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s