Ich und Ich

Ich bin in die Falle vom Ich getappt, 

das Ich hat schleichend zu geschnappt.

Das Ich hat mein Ich verführt, 

mein Ich beherrschend, mit meinen Eitelkeiten. 

Hauchte schmeichelnd tief ins Herz, 

mein Ich könnte überdauern weit die Zeiten.

Das Ich verlockte mit realistischem Denken,

stiftete aber nur ein Ziel, 

mein Ich zur Aufgabe der Kontrolle

irreführend zu lenken.

Das Ich ließ mich glauben es wäre mein Ich, 

doch in meinem Ich, trug es nur, das Ich in sich.

Nach den hoffnungsvollen

vom Weg abbringenden Botengesängen, 

hatte das Ich die Macht, 

mein Ich tonangebend durch Angst, 

in die dunkelsten Ecken zu drängen.

Es war kein letztes auf gebärden, 

von Anfang an da war der Plan, 

die Zweifel geschickt zu mehren,

so dass mein Ich gelähmt war sich zu wehren.

Das Ich ließ mich Lüge, 

in mein Ich projizieren 

und in diesen falschen Deutungen, 

in beißender Kälte, mein Ich

verstörend nur frieren.

Ich bin nicht das Ich, Ich bleibe mein Ich.

Diese Antwort trägt, die Wahrheit in sich.

Meine Gefühle und Gedanken

waren die Waffen, 

womit das Ich ließ immer mehr Unruhezustände, 

in meinem Ich zur Erblindung erschaffen.

Durch diesen blinden Gehorsam

schuf das Ich innere Enge, 

von innen unsichtbar gedrückt, 

Ich in meinem Ich,  Kopfüber hänge.

War mein Ich Freund wurde das Ich Feind.

Um mein Ich weiter zu manipulieren, 

nutzte das Ich, meine Schwäche

nach Wahrheit zu gieren.

Mein Ich nimmt an das Ich, 

doch die Kontrolle hat mein Ich.

Sollte das Ich 

sich weiter stellen gegen mein Ich, 

lässt mein Ich, das Ich los. 

Denn mein Ich wird und ward 

noch nie haltlos.

Mein Ich sieht Frieden hinter der Erkenntnis, 

das wahre Ich zu benennen, 

um dann mit dieser Gewissheit

den falschen und den richtigen Weg, 

im Verborgenen, 

vom Ich zum Ich zu erkennen.

 

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Die Kippleiter

Mein Dasein eine Kippleiter im Wind,

auf deren Sprossen

kleine Blumentöpfe gestellt sind.

Meine Hände haben mit voller Kraft

stützend zugefasst.

Und versuchen

in denn immer stärker werdenden Böen,

sie auszubalancieren in ihren Höhen.

Auf den Querstreben

die Gefäße wackelnd beben.

Wie lang kann ich dieses Gewicht

noch weiter heben?

Das zu bestimmen vermag, 

mein zukünftiges kurzes oder langes Leben!

Ich brauche Verstärkung, bevor sie fallen,

doch meine Rufe scheinbar

nur im Nichts verhallen.

Fester, fester, immer fester,

ich dieses Gerüst umklammere 

und es mit meinem Stand verankere.

Da naht plötzlich an, ein Spatz,

der auf der obersten Sprosse findet seinen Platz.

Der kleine Helfer möchte, mit gezielten Flügelschlägen,

der Leiter neues Gleichgewicht

in Schüben geben.

Ausgleichen, zu stabilisieren die Lage,

damit sie gedeihen in der Waage.

In den Töpfen die Samen, 

haben noch keinen sie benennenden Namen.

Ich hoffe, dass sie sich weiter an dem von mir

feucht gehaltenen Boden werden laben 

und ihre Sprosse durch diese Symbiose,

die süßesten Früchte können tragen. 

Es steht an nun zu retten, Ihre Ruhebetten!

Denn vergebens wäre mein Flehen

nach einem Sturz würde der Wind, 

die Ungetauften nur hinfort mir wehen

und ich hätte schnell vergessen

wo ich sie einst gesehen.

Sie träumend, sie suchend in Poesie festzuhalten, 

mein melancholischer Versuch, 

still nach Vollendung zu greifen.

Damit sie nicht

in meinen noch verbleibenden Zeiten, 

mir so unendlich weit, an einem mir fernen,

mir unerreichbaren Ort,

meinem Bewusstsein, meinem Geist, meiner Seele,

für immer entgleiten, von ihren inneren Seiten.

Ein Sturm zieht fort

In Scheinwelt hinter Worte blicken,

doch kein Wort hinaus ins Dasein schicken.

In Händen lebte Kindheit einst,

wie zartes Grün sich sanft vereint.

Ein Wort so leer,

doch wahrlich auch beherrscht voll Seele.

Im milden Klang, blass gedämpft,

zartfühlend durchdringen mag die Kehle.

Versunken weit der Träume Lauf.

Ein Sturm zieht auf;

Ein Sturm zieht auf.

Der Regen fiel im Nadelwerk,

im stillen Meer versank ein Berg.

In Ähren die im Winde biegen,

im golden Laub will Himmel fliegen.

Stummer Atem lenkt zum Herz,

lautes Pochen ahnt den Schmerz.

Der Puls schlägt ringend sich nach oben,

im Kopf Orkane des Verblühten toben.

Hunger fordert stets uns raus.

Ein Sturm zieht auf;

Ein Sturm zieht auf.

Angedenkens ferner Kindheitszeit,

unbeschwert, Traumprinz der Ewigkeit.

Kein Ende spähten Augen

und doch war klein der Erde Reich.

Schatten weit vorm kurzen Fall,

die Stunden zogen sich durchs Tal.

In jeder Träne lebte Ursprung,

sah sich beileibe echt fürwahr.

Wunsch sucht Pforte, fand den Knauf.

Ein Sturm zieht auf;

Ein Sturm zieht auf.

Vergangenheit schließt warme Lider,

in Sanduhren fallen Körner nieder.

Die Jugend suchte Lebensjahre,

als wären sie die höchste Gabe.

Jedes noch so kleine Sandkorn,

zentriert im Fokus alter Sicht

und Staub hält fest umschlungen,

damit das Bild des Gestern nie zerbricht.

Erinnerung gar selten findet Weg hinauf;

Ein Sturm zieht auf;

Ein Sturm zieht auf.

Vergangenheit der Schmiede Glück,

wenn Zuversicht Vertrauen fischt.

Die Perspektive eine Wahl,

im Mutterherz der Hoffnungsstrahl.

Bin Sinn Gemüt,

die Vögel singen noch ihr Lied.

Was dorren, ist nun neu erblüht,

Empfänglichkeit nahm nie Abschied.

Im Herzschlag residiert der Lichterort. 

Ein Sturm zieht fort;

Ein Sturm zieht fort.

Abseits

Im schattigen Abseits

mit lautlosen Pranken und düster Gedanken,

pirschen neben uns her,

wie ein lauernder Jäger, hungernd und mehr.

Die namenlos Leeren,

deren Gelüste sich von den Verirrten nur zehren.

Aber nicht nur fletschend Raubtiere,

durchziehen 

die Lichtfernen, die Lichtnahen, 

Bereiche und Zonen.

Auch Wächter dem dem Räuber verwand, 

als ständiger Begleiter,

diesen dunklen Pfaden innewohnen.

Sobald sich eine

dieser gefräßigen Schattengestalten lichtet,

weil sie ein Opfer konnte umherirrend erspähen,

dann muss der Gejagte,

in die Augen der Finsternis sehen. 

Wenn da nicht, ja wenn da nicht,

ein Hüter der Gerechtigkeit wäre,

ein freier Geist

wie aus einer himmlischen Spähre.

Der zum Schutze armer Seelen,

sich spürt berufen,

denn die warmen Kammern seines Herzen,

ihn zum Helden erschufen.

Er wird sich ohne ein zögern,

zwischen das fletschende Maul und dessen Happen stellen,

darüber hinaus sein Licht erfüllter Blick

wird den Schatten erhellen.

In seinem Angesicht spiegelt sich

jeder Stern unseres Himmels wieder,

Mut hebt verwegen an

seine Augenlider.

Viele Narben muss er

durch diese Präsenz ertragen,

oft wird er die Einsamkeit

seiner eigenen Existenz erfahren.

 

Auch lebt er ein Dasein

in der Dunkelheit auf der abgewandten Seit‘,

so gibt er doch den Armen, den Unschuldigen,

stets Schutz und Geleit.

Wenn ich nun das Bild eines greisen,

kampferfahrenen Hirtenhundes vor mir sehe.

Ich mit meinen nächsten Schritten,

ohne Furcht etwas freier weiter gehe.

Mein Herz gerührt von so viel Mut,

von so viel Treue.

selbst im Abseits zu gehen,

für diesen Augenblick, ich mich nicht mehr scheue.

Hoffnung und Kraft gütig erschafft,

in mir sein umnachtetes Leben,

denn die Finsternis vermochte ihm nicht,

die Wahrheit, seiner ureigensten Seele zu nehmen.

So viele Werte, in so viel Verzicht

und alles über allem

zum Ende erfüllt von Ruhe

und umgeben von Licht.

Mmmh…

Inspiriert er auch dich?

Lichterloh

Am Anfang der Wahrheit

stand das Ende der Magie,

doch so lichterfüllt und farbenfroh

sah ich die Welt noch nie.

Eine Seele gefangen in einem Geflecht

aus Ungerechtigkeiten,

vermag sich schon mal selbst

zum Unrecht zu verleiten.

Nun in der Summe aller Farben

leben ja auch die dunklen Gaben.

Doch die Unschuld nahm ich selber mir

und so erkannte ich, das Jetzt, das Hier.

Der demutsvolle Blick,

war einst die schönste Gabe.

Nun ist aber hart und forsch

nur zurückgeblieben, sein Name.

Ich habe nicht verlernt,

zu lieben und zu hassen,

ich habe nur begonnen

mich selber loszulassen.

Bei all der Wärme,

die tief in mir noch wohnt,

ich denke, ich erhoffe,

mein Wesen blieb verschont.

Soviel der trüben Tage

bedeckten oft das Herz,

doch als ich gab ihm einen Namen,

dem melancholisch tiefen Schmerz,

entbrannten alte Ängste,

sich lichterloh zur Faust.

Die kraftvoll sich entgegen stellte,

wovor ich mich gegraust.

Voll Demut

Ich stehe am Fenster

die Nacht schweigt

und still in mir der Wunsch

sich zu neuen Träumen neigt.

Ich entzünde eine Kerze

die duftend 

Geborgenheit verströmt.

Hoffend, bettend,

dass meine Rastlosigkeit

sich mit dem Zentrum 

neu versöhnt.

Denn Eines

hab ich tief gelernt,

des Ursprungs Kern

liegt niemals fern.

In all der 

eigenen Energien,

möchte ich halten fest,

den letzten Rest

meiner Philosophie:

„Ich prahle nur zum Scherz,

denn voll Demut

ist mein Herz!“