Des Herzens Wesen

Wie Farben einst so lebensfroh,

ein Gewand aus Lichtern um sich trugen.

Wie Fragen schwer: Nun ist das so?“,

ein stilles Nichts unter sich begruben.

Von Worten zu geheimen Worten gezogen,

vergrault Einsamkeit den Tag.

Die Nacht stillt mit ihren Wogen

und dennoch Herz sich ungesättigt fragt.

Geheimnisvoll die Existenz,

gierig nach Ekstase sich verzehrend.

An das Zweifeln immerfort angrenzt,

sodass Feuersbrunst wütet nur verheerend.

Die Augen nach dem Schicksal jagen,

ein Blick verloren weit im Weh.

Im Taumel Echos unaufhörlich klagen,

in dunkler unerforschlich See.

Vergangenheit ein Lichterwerk,

zu langen Zöpfen wurd‘ geflochten.

Zukunft ein verkrüppelt Zwerg,

mit dem die Ungeduld gefochten.

Steine gesammelt von all den Wegen,

zum Palast der Erinnerung erbaut.

Frei vom Schmachten wär‘s ein Segen,

doch die Hand loszulassen sich nicht traut.

Unbegrenzt von alten Mauern,

der Suche hintergründig Drang.

Im Herzen sprühen Funken nur Bedauern,

dürstend nach dem Liebestrank.

Mit papiergleichen Segeln ein Schiff,

sticht und bricht durch Wimpernschlag.

Wenn Kurs unaufhörlich sucht das Kliff,

so unterzugehen, der verdient Ertrag.

Kein Steuermann reißt am Ruder,

kein Stern, der weisen könnt zum Tag.

Verloren ward Schwester und Bruder,

in ihren Händen all die Hoffnung lag.

Durch letzte Zeilen Tänze gleiten

und Seelen Worte, aus den Seelen lesen.

Wie Krieger, die durchs Feuer reiten,

in ihrem Edelmut des Herzens Wesen.

Nach dem Berg, ist vor dem Berg

Vor dem Berg,

der Geist willig zum Aufstieg bestärkt.

Die Steigung immerfort steigt

und der Wille sich in einem fort neigt.

Doch Körper und Seele,

leiten frische Luft durch die Kehle.

Die Muskeln brennen, jeden einzelnen

kann man nun leidvoll benennen.

Manchmal Sonne, manchmal Regen,

auf immer schmaler werdenden Pfaden und Wegen.

Die Sinne versuchen zu erfassen,

was all die Blicke nicht mehr können loslassen.

Auf den Berg führt weiter der schmale Pfad,

ein Scheitelpunkt, ein Scheideweg,

zwischen Himmel und Erde mag sein,

dieser naturgewaltige Grad.

Freiheit fühlt der Moment für den Moment,

so wie man selten da unten,

in den Städten, den Metropolen,

sie noch schmeckt oder kennt.

Immer dünner wird die Luft,

doch die Spitze unaufhörlich weiter ruft.

Dies ist nun der letzte Stieg,

hoffend der Schmerz immer glaubt,

doch nach jedem Bergkamm, jeder weiteren Scharte,

ein neuer Steig einem die Fassung raubt.

Noch zehn Schritte, die ans Leben binden,

in die Höhe finden, doch die Kräfte schwinden.

Schwere Gedanken wollen das Niederknien

des erschöpften Fleisches erzwingen

und von jedem Schritt, zu jedem Schritt,

wird man durch die immer stärker werdende Müdigkeit,

mit der drohenden Niederlage in sich ringen.

Der letzte Zug, die letzte Kraft,

des Gipfels Kreuz zum Greifen nah, ist fast erfasst.

Zum Nullpunkt zurück die Erinnerung,

sich voller bunter Bilder und warmer Gesänge schleicht.

Der Atem zum Erklimmen der Krone

hat letztendlich doch noch gereicht.

Jede Existenz erkennt so kurz vorm Ziel,

des Daseins kostbaren Wert in dem ewigen Werk,

und fühlt voller Wohlgefallen, dass im Leben immer:

Nach dem Berg, ist vor dem Berg“.

Die goldene Mitte

Manchmal neigen wir dazu,

Menschen zuweilen beiseite zu stellen 

wie einen drückenden Schuh.

Manchmal hilft es seinem Gegenüber 

hinter das Gesicht zu blicken,

um mit sanften Augen einen wohlwollenden Gruß

der Solidarität und Sympathie zu schicken. 

In manchen Bereichen unseres

irdischen Dasein’s und leben, 

suchen wir leider nur die Dienstleistung 

die andere uns könnten geben.

Ich wünschte, ich könnte, ich würde, 

endlich zu all den Anderen finden,

und den lähmenden Mechanismus 

des ständigen Erwartens wahrhaftig überwinden.

Meine Ohren wären dann offen und frei 

und nicht nur wartend auf die Pause, 

um endlich erzählen zu können 

vom eigenen Glück, Elend oder Leid.

Mir ist zwar bewusst, dass sich abzugrenzen 

auch innere Reifung heißt.

Doch ich entdecke immer mehr Tendenzen  

zum Wohlbefinden, wenn ich andere

nicht ständig in die selben Schubladen schmeiß.

Ich erkenne, dass ich am meisten 

gewachsen bin an denen,

wo ich bereit war mit geöffnetem Herzen

gemeinsam zu durchleben,

was wir alle uns, in Wahrheit ersehnen.

Die goldene Mitte wäre wohl

ein gutes und hilfreiches Ziel,

ein wenig so wie beim freudigen Verlieren

im Mensch ärgere Dich nicht“ Spiel.

Kein oberflächliches Denken, zur richtigen Zeit,

den richtigen Menschen, ein gesundes Maß

an Aufmerksamkeit und Verständnis zu schenken.

Um das eigene Wesen vom Ich-

zum Wir-Gefühl vertrauensvoll zu lenken.

Paradoxer Schlüssel

Ich habe nur eine wirkliche Wahrheit gefunden 

die meine Seele erkennen ließ,

in welchem selbst erbauten Gefängnis 

sie unaufhörlich ihre Runden lief. 

Alle fern ersehnten Zustände 

und Frieden bringenden Orte  

in meinem Versuch von ihrer Bedeutungslosigkeit, 

ich frei von Beklemmung neu ortete.

Paradox war der Schlüssel zu all den Erkenntnissen.

Weil ohne meinen zwanghaften Wunsch 

in die Höhen, 

wurde ich in die Höhen geschmissen. 

Wie bei dem alten Ritual wo ein Jüngling 

auf einem Tuch liegend, von Frauen umring 

und im festem Schwung lachend, Eine mit der Anderen, 

ihn zur unfreiwilligen Mutprobe, des zum Manne werden’s zwingt.

Meine gefühlten Antworten waren mir begreifbar 

in diesem fremden Terrain, nur ein hilfreicher Späher.

Denn jedes mal als ich los ließ

rückte ich dem wahren Zugang erst ein Stückchen näher.

Ist es die wirkliche Wahrheit,

die Licht in mein dunkelstes vermag zu bringen,

oder doch nur ein Gefühl in dem kurzweilig, 

zu neuen Horizonten, die alten Fragen wertungsfrei abklingen?