Tagundnachtgleiche

Golden Licht auf stillem Haupt,

fliegend, leuchtend, sterbend Laub.

Winde wispern weich im Baum,

Altes stirbt sucht neuen Raum.

Wolken ziehen schnell am Firmament,

kalter Regen prasselnd über Fenster rennt.

Stuben werden leuchtend warm gen Abend,

in ihren Tiefen, Geborgenheit leis‘ tragend.

Die Strassen grau, die Äste werden kahl,

doch wo Wärme singt, da ist kein Jammertal.

Der Verfall das Enden einer Jahreszeit,

hosianna, Trauben und Äpfel zur Ernte bereit.

Lautlos die Tagundnachtgleiche am Horizont,

der Waagepunkt aller Ortens ein Äquinoktium.

Herbstgeflüster idyllisch wie melancholisch,

definiert allen Niedergang symbolisch.

Wie geruhsam Sonne und Mond sich vereinen,

so stillschweigend vor dem Leben verneigen.

Wiederkehr dieses Kapitel sich nun schließt,

denn aller Zyklen Turnus kreisförmig fließt.

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Miteinander im Füreinander

Barmherzigkeit reflektiert den Maßstab

der sanftmütigen Züge,

jedes noch so gerechte Urteil birgt in sich,

immer die Lüge.

Ein weisheitsliebendes Herz modelliert

aus den vier Elementen,

abklingende Visionen der höchsten Blüte

ihre Restbilder senden.

Die Art und Weise, die Lehre vom Sein,

die Auffassung vom Leben,

der Ursprung unserer Wahrheit wird sich über

die Erkenntnis erheben.

Ob Philosophie, ob nun Religionen unsere

Weltanschauungen bewohnen,

in einem leuchtenden Herzen, verkörperte Werte

mitfühlend thronen.

Erst flackernd dann schimmernd, lichtdurchflutet

sich dem Frieden verpflichten,

vom Leuchten zum Strahlen, die Lichtquelle

in uns unzerstörbar verdichten.

Miteinander im Füreinander, jedes Individuum

als Teil der Einheit ansehen,

keine andere Lebensform blasiert nur als Subjekt,

sondern als Subtext verstehen.