Ohne Ton

Fesseln des Alten zum sterben bereit.

Opfer wird Asche, Lebensfluss träg die Zeit.

Die Vermählung des Neuen schwelgt leicht.

Gottes Gewand besänftigt bemänteltes Leid.

Gleich wohl die Seele synchronisiert höchstes Sühnen.

Nackt, so verletzlich will kindliche Unschuld erblühen.

Kein Mysterium verhüllt sich in hinter Lichtbögen.

Auf ruhiger See spiegeln Wolken geschwellt ihr Vermögen.

Alle Ebenen des Seins vereinen wie eine Blüte ihr Licht.

Unbeirrbarer Wille besonnen das letzte Siegel zerbricht.

Leidenschaft trägt aufgebahrt betagte Angst zu Grabe.

Überwindung des Feuers, ein Leben in Freud ist die Gabe.

Das flammende Schwert des Geistes, der Kern jeder Tat.

Die Peripherie des Glückes, der Mittelpunkt des Rads.

Wachsame Träger enthüllen die Schleier der Illusionen.

Irrwege im Dunkeln, auf Anflügen des Zweifelns thronen.

Oh Geist, oh Seele, euer innerstes Wissen weist zart.

Lernen zu handeln und einst schwache Hände sind stark.

Integrität selbst noch wenn alle vereinten Kräfte versiegen.

Unerschütterlich der Himmel, solang Menschen sich lieben.

Ausdruck der reinsten urgewaltig vollendeten Form.

Wahrheit zersprengt die Unwissenheit vordergründiger Norm.

Bewusstsein der Sinne, Element des Lichts, Transformation.

Fleischgewordene Materie, Repräsentant der Worte, ohne Ton.

 

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Die Natur der Wirklichkeit

Wenn Worte und Taten immerdar Eins werden.

Wenn Herz und Verstand ihre Knoten entzerren.

So mag der Tag unerschrocken die Nacht erleben.

So mag sich aus dem Verbund das Urbild erheben.

So oft trug der Zweifel in sich sein verheerendes Wesen.

So oft versprühte der Zwiespalt seine schaurigen Thesen.

Doch Hoffnung entflammte den lebendigen Traum.

Doch Vertrauen errichtete stets den heiteren Raum.

Wer sagte, es gäbe Grenzen und wir wären nicht Eins?

Wer sagte, es ist ein Unterschied, ob Deins, ob Meins?

Ist der Kreislauf nicht mehr geschlossen in sich?

Ist die Liebe nicht mehr das wärmendste Licht?

Lieber brav weiter an all die Trennungen glauben.

Lieber ahnungslos sich naiv die Zuversicht rauben.

Anstatt seinem eigenen Urteilsvermögen zu trauen.

Anstatt in vollem Einklang neue Brücken zu bauen.

Und doch steht leibhaftig die Natur der Wirklichkeit,

an jeder Ecke immergleich, für die Suchenden bereit.

Von Pol zu Pol

Daseinshungrig bricht die Sturzsee der Gegenwart

über dem Bug des Lebens ein.

Tief im Innern stillt die Ruh’ herzenswarmer Präsenz

all die Flutwellen ungewollten Seins.

Und so, selbst die wütendsten Orkane toben,

ein Kuss der wahren Liebe glättet stets die Wogen.

Du bautest ein Floss und bettest mich darauf,

kein Kontrahent nun mehr,

war Schlaf.

Wie ein Traum trug über das Meer der Müdigkeit,

ungebunden mich zu binden, zur Innigkeit bereit.

Ob Schuld, ob Sühne, noch bin ich,

der Täter all der Verbrechen meines Lebens

und meine Hände sind befleckt.

Aber Liebe siegt über all die Angst und aus urbar gemachter Ödnis,

sich ein erster Spross der Hoffnung reckt.

Ich halte, doch vor unergründlich Weiten haltlos such ich nur Lohn.

Doch du salbtest mein ach so schwer geglaubtes Haupt

und wuschst mir den Leib, als wäre ich der Unschuld Sohn.

Ich trage, doch in ausgezehrten Zeiten ertragen kann ich nicht.

Doch in der Mitte meines ach so schwach geglaubten Herzen

schenkst du mir Zuversicht.

In meiner Brust spüre ich den elysischen Ursprung

und warm haltende Liebe strahlt fortdauernd von Pol zu Pol.

In ihren Armen schlaf ich wohl; in ihren Armen schlaf ich wohl.