Meister der Weisheit

Unrecht schmiedet des Geistes und des Körpers Ketten,
doch Vernunft gebietend, formt es auch den Charakter.
Verstandeskraft mag Untertanen vor Knechtschaft retten,
so sie sich als Teil des Ganzen versteht und nie legt ad acta.

Große Lehren bedürfen keiner alten übernatürlichen Sagen,
der Zauber strömt aus der Erkenntnis, erhebt den Verstand.
Manchmal geht es nicht um die Antwort, nur um die Fragen,
drum ist wohl der gesegnet, der viele in seinem Leben fand.

Vollkommenheit, makellose unübertreffliche Bravur,
so hohe Ziele sind oft nur selten und schwer zu gestalten.
Gibt es wirklich ein Leben ohne unwillkürliche Tortur,
oder lehrt uns Mühsal auch mal kurz inne- und stillzuhalten?

Entscheidungskraft im Dreh- und Angelpunkt bestimmt das Maß,
mit Variablen des Unbekannten, hat jede Gleichung begonnen.
Wenn man erkennen kann, dass man nie wirklich was besaß,
hat dann das Denken die Wirklichkeit dieser Welt gewonnen?

Die Schnittpunkte allen Lebens formen den inneren Kreis,
jedes Mysterium des Weges, erfordert und kostet oft Zeit.
Immer wieder nur der nächste Schritt uns die Richtung weist,
im Verbund mit der Kausalität, ein Meister der Weisheit lebt.

 

 

 

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Oh weiche, weiche nie

Einsamkeit gleich dem dunkel Tale,

wo Finsternis lichte Hügel still umfasst.

Von Licht erhoben all die Totenmale,

wie Sänften ehrfürchtig bewacht.

Zur Wahrung der Offenbarung des Anscheins,

Flügelschwingen tauchen in Zinnoberrot.

Tragen, heben, werden zur Spitze allen Seins,

kein Klagen nur Seufzer, kein Bangen vorm Tod.

Die Einöde durchqueren, höchstes Gut mehren,

nur noch ein letztes Mal den Himmel sehen.

Die größten Begierden, Enthaltsamkeit lehren,

doch frohen Mutes immer weiter gehen.

Unverzagt für Jung und Alt endet der Tag

und funkelnde Sterne trägt das Firmament.

Auf jederlei Art lebt Hoffnung so wie sie mag

und was Arm und Reich sie uns sanft benennt.

Manchmal jedoch zurück im Gefilde der Nacht,

lauscht das Herz nur des Dochtes zischen.

Dann hält Selbstvergessen wieder seine Wacht,

will sich mit der Endlichkeit der Kerzen mischen.

Und so:

Im finster Mondschatten lichterloh Melancholie.
Verg
änglichkeit du göttergleiche Sinfonie.
Oh weiche, weiche nie; oh weiche, weiche nie!

Der Weg des Narren

Ich bin ein hoffnungsloser Narr, ein tanzender Blinder, 

so sie mich sehen, so lachen nicht nur die Kinder.  

Kein törichter Held, nur mit einem Lächeln errettet die Welt. 

Doch ich spiele, ich tanze, ich singe, damit der Frohsinn erklinge. 

Es ist mir durch und durch bewusst auf dem Weg des Narren,

schreitet man vollkommen allein zuwider alle Gefahren. 

Bin nur ein Narr, der auf dieser kleinen Welt was starr ist sah.

Ungeachtet dessen ihr euch fragtet: Ist das normal?“

Gleichwohl dessen ihr euch sagtet: Welch ein Skandal!“

Ach, die allzu Normalen werden die Narren nie respektieren,

ehr wird in der Herrensauna ein Igel erfrieren. 

Werden als Narr wir geboren, steckt es jedem Narr in den Poren?  

So viele sind des Lebensmutes beraubt gebrochen im festen Stande, 

weil sie abgeprallten wie ein Puck von der gesellschaftlichen Bande.

Doch manch einer kroch wieder aus den Fesseln und Zwängen, 

in die fantasielose Direktiven wollten unaufhörlich nur drängen.

Mal ehrlich, zum Glück passt nicht jeder in die Form, der Norm.

 

Also wenn ich so denke über mein Denken,

dann glaube ich, ich denke sehr hoch,

aber was heißt schon nachdenken, über das Denken,

wie kann ich denn denken, wenn ich an das Denken muss denken? 

Man darf es belächeln und gern auch lauthals mal lachen,

weil nun mal eben Narren gerne Schabernack machen. 

Doch hinter dem Rücken, hinter allem Entzücken,

wurden ach zu viele Dolche schon heimtückisch geschärft.  

Auch Narren sind Menschen, welche werden von ihren Gefühlen genährt. 

Ich bin ein Narr ich kenne das Lachen, aber leider auch weinen,

denn ich bin niemals, ja niemals wirklich unter den Meinen.

Auf dem Weg des Narren durch doppelbödige Possen und Faxen,

ist ein wenig Selbsterkenntnis in aller Demut erwachsen. 

Denn wenn ich ganz heimlich, in Stille die Türe mach zu,

dann bin ich wie ihr, nur ein Mensch ohne Ruh.