Dein Elixier

 

Aus tiefstem Schmerz wird reinster Vers.

Wie mag ein Traum zergehen,
wenn zur Morgenstund das Licht erwacht.
Als würde Vergänglichkeit still flehen,
dass nun zu Ende ist die dunkle Nacht.

Selbst wenn Phantome unsere Realität verzehren
und gegen Schimären wir uns in Phantasmen erwehren.
Unsere Augenlider waren stets die Leinwand aller Hirngespinste,
und Fantasie dem finster Schauspiel fördernd klatschte nur Beifall.

Der Mond er lacht, er weint, er kennt den Lauf der Zeit,
gebrochen aus der Welt, war einst er doch mit ihr vereint.
Auf allen Wegen spendet Leben leben, ist Licht wie Schatten,
trägt sich der flüchtig Augenblicke Augenschein.

Und selbst wenn schwarz in schwarz der dumpfe Donner rollt
und Blitze lichterloh die geisterhafte Leinwand schneiden.
Die Brust von Wärme sanft bestärkt, das Leben sich im lieben mehrt.
Ein Mensch der dies sein Eigen nennt, den wahren Reichtum Aller kennt.

Quellen reisen zum Wechsel der Gezeiten, erheben sich zur Flut,
Leiber zerfallen zu Staub, sinken im Wohlgefallen tief ins Erdreich.
Auch mag die Zeit vielleicht ursprünglich sein, nur Lug und Trug,
im Bezug auf das was kommen mag, das Hoffen trägt uns leicht.

Oh Verstumme nicht, mein betagtes Herz,
das Leben birgt in sich doch immerfort dein Elixier.
Und scheint es manchmal schier unmöglich hier,
vergesse nicht, mit jedem Schlag lebt Mensch wie Tier.

Nun soll der neue Morgen dich betten bis zur Nacht,
keiner lebte je frei von Sorgen, doch Hoffnung still bewacht.
Die Sinne erholen sich von der Wirklichkeit in unseren Illusionen,
denn alle Herzenswünsche dem Reich der Träume innewohnen.

Ein Lied gesungen dem Herz entsprungen.

 

 

 

 

 

 

Metrum

Warmes Licht sucht am Morgen im Glanz der Widrigkeit die kalte Stirn,
ein Seufzen trägt sich, kein Wort sagend, nur hauchend durch den Wind,
der Stille letztes Beben findet im Schweigen verlegen seinen Sinn.

Mut war einst der Spiegel aller quälenden Zweifel,
Angst verkrampfte warme Hände zur kalten, unerbittlichen Faust.
Ein Kniefall fleht nach Freispruch, ein Herz sucht immer sein Zuhaus`.

Unbestechlich trug Courage ihren Wert vom Herz zum Mund.
Irritierte Blicke, suchend nach dem Grund, folgten allen Fragen,
um kraftvollen Atem durch die Lunge tief ins Herz zu tragen.

Weiß Gott, es ist nicht leicht ein guter Mensch zu sein.
Tagein, tagaus zur Einigkeit gehört nun mal ungestörter Friede,
so im Hafen der Erinnerung, doch nur all die Geborgenheit verbliebe.

Verlass dich nicht, doch lass dein Herz vom Takt durchdringen.
Jedes Wort, auch noch so gut gewählt, schlägt wie ein Metrum nur an,
selbst dann, wenn Freude will und wird die frohe Kunde singen.

Doch vereinen sich Herz und Verstand friedvoll im innigen Gesang,
und wurde die Zunge nicht spitz von Bitterkeit gestählt,
so dirigiert Melodie gemäß dem Drang, dass jeder Vers die Kluften schmält.