Bei Sonne wie bei Regen

Weiter, immer weiter, schreiten Wir
querdurch die Zeit, unter ferner liefen.

Wie eine Möwe gleitet reglos im Wind,
wie und wo,
das Andenken des Denkens auch beginnt,
manch Souvenir paralysiert den Sinn,
der sogar fest umklammert, doch nur entrinnt.

Wurzeln sind und waren geistig Ursprung,
jegliche Herkunft, Herd, Quelle,
ja, die Wiege unseres Selbst,
bettet sanft in warmer Erde unser Erbe.

Selbst wer nichts entscheidet, hat sich doch entschieden.
Doch was ist, nach dieser Entscheidung noch geblieben?

Wir verknüpfen all die Stränge,
weben fleißig linear zur gewissen Länge,
schnurgerade unser Band.
Fesseln uns ans Abgelegte, legen uns in Ketten,
anstatt aus dieser Knechtschaft sich zu retten.

„Lass Dich nicht verstricken!“, hat der Widerspruch gewarnt.
Doch wetterwendisch der Wankelmut den Unverstand umarmt.

Nie versiegt was stetig liebt.
Es geht nicht ums Loslassen, es geht ums halten.
Sich im Leben, bei Sonne wie bei Regen, Halt zu geben.

 

 

 

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