Das Leben lieben

 

Es zogen die Wolken
der Wind strich sein Lied.
Leicht wogen die Bäume,
ein Herz nahm Abschied.

Oh, mögen tausend Sterne
mir weisen den Weg,
wenn vom Dunkel umnachtet
ein Wunsch nach Dir fehlt.

So viele andere schlafen,
doch ich wache für Dich.
In all den einsamen Stunden
behüt ich Dein Licht.

Musst immer nur suchen, warst zum Finden bereit.
Ein letzter Moment noch, dann krümm ich die Zeit.

Ich ruf nicht nach Leben,
ich rufe nach Dir,
denn Freiheit entsteht,
aus dem Herzen, im Wir.

Oft lachte der Mond,
doch die Nachtigall schwieg.
In all unseren Tränen,
die Traurigkeit dahin zieht.

Komm bitte weiter,
bleib nicht allein stehen.
Nur noch ein paar Schritte,
dann kannst Du mich sehen.

Sieh im selben Blicke, der entrückt zum Himmel schweift,
in allem Leben, immer ein Stück weit, Sterben mit reift.

Ein erfülltes Dasein,
bedeutet auch Schmerz.
In all diesen Facetten,
erblüht doch ein Herz.

Möge Abschied
wonnige Wärme in sich tragen.
Trotz aller Bitternis,
aufrecht stehen und nie verzagen.

Am Ende der Tage such ich,
müde, alte Träume im Schlaf
und freu mich, dass ich
zum neuen Morgen erwachen darf.

Ob Frohsinn, ob Schwermut im bedächtigen Lauf.
Sich zur Annahme entschieden, das Leben lieben.

 

 

 

 

 

 

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Die fünfte Himmelsrichtung

So war’s die Zeit, des Lebens sinnig Dienst,
welch entwaffnend innig suchte Schlaf.
Übermannt vom Traum ward Widerstand
des Daseins Müh, der Jahre spottend,
verstohlener Wanderer im unbekannten Land.

Ein Herz lebt von Schlag zu Schlag,
in aller Windung tief gedrungen,
doch nur leicht gebunden wie ein Schleife.
Hohen Wellenschlag sucht Steuermann
und wird des Sturmes Bräutigam.

Das Weiß der Gischt knallt vor den Bug,
als wenn es letzte Blässe in und mit sich trug.
Verschmähe nicht der Kämpfe Bande,
bestehe all dem Elend trotzend,
weit im empirischen Vorhandensein.

Gegenwärtig sucht die Gegenwart,
unermüdlich, der Augenblicke stillen Sein.
Nackt die Muse, lachend hebt ihr Licht,
wie Wimpernschlag wirft leichte Schatten
und der Himmel eisern schwieg.

Gram zur Bürde, Not zur Qual,
was auch all für Plage kommen mag.
Das hohe Ziel, unermüdlich wachsen.
So in Beschwernis weit der Herzen weh.
Sturmerprobt der Seele anmutiger Flügelschlag.

Vier große Himmelsrichtungen
sucht jeder Seemann Tag für Tag am Horizont,
die Fünfte kennt ein Kompass nicht.
Wer auch immer mag den Schlüssel finden,
kann doch nicht öffnen, was nicht ist.

 

 

 

 

 

Hand in Hand

Wie eine Sinfonie, wie ein Schatten, der sich lichtet,
zog fern der Stille, sanft wie Morgentau voll gewaltiger Fülle,
jede Einzelheit zur Gesamtheit aller Dinge.

Bunt war die Welt und wollt es immer sein,
doch jeder Menschenfeind bleib misanthropisch,
verschlossen vor der Fülle, lieber nur mit sich allein.

Wie arm ein Herz sich wohl trägt,
wenn kalt der Sturm zur Diskriminierung bläst
und Missgunst nur Rassismus sät?

Alle Grenzen sind doch vom Menschen gemacht!
Wird Freiheit nicht entehrt,
wenn Erniedrigung durch Ausgrenzung kommt an die Macht?

Farbenfroh koloriert sich im Mitgefühl der Verstand,
kunterbunt gemischt, Hand in Hand,
wird wohl, reich und lebenswert so jedes Land.

So will der Mensch nur Mensch sein.
Und kein Tyrann.