Ich bin weniger und Du das Meer

 
Und ja, die Zeit war immer da,
doch niemals eindeutig und klar.

Wie die Zahnräder jeder mechanischen Uhr,
wie der Sandkorn lautlos fällt,
wie die Sonne die zum anbrechenden Morgen,
jeden neuen Tag erhellt.

Und doch, wir messen und wir warten,
aber stoppen können wir nicht.
Jeder Stern ist längst gestorben,
wird nur noch überdauert von seinem Licht.

Zeit, das Maß mit dem der Mensch,
sein kurzes Dasein oftmals vergeblich misst.
Früher oder später, zum scheitern geboren,
der versuchte einzufangen was nicht ist.

Den einzig und alleinen Sekundenschlag,
immerdar, von jeher vergeblich gesucht.
Zwischen den unaufhörlich tickenden Zeigern,
sich schmelzend, lediglich der Stillstand verflucht.

Wer die Zeit mag,
mit den Gewässern der Flüsse zu vergleichen,
der könnte den Spiralen der Spannung und Angst,
wohl sanft wie durch ein Prisma entweichen.

Keine Tage, weder ein Quantum noch Jahre,
Grundgrößen bestimmten nie das zeitliche Maß.
Denk ich an den Rost, der sich nimmersatt
durch das Eisen der Kolosse aus Stahl still fraß.

Wer könnte das Gestern vergessen?
Und wem das Morgen nichts zu bedeuten vermag,
der hätte wohl verstanden, dass sich alles trägt
auf dem Grad des Momentes unserer Gegenwart.

Ich will fließen, so wie ein Tropfen im Fluss,
keinem Ende entgegen und frei von Verdruss.
Ich bin weil ich bin und darum werde ich sein!
So wohl, in den delphischen Meeren der Gezeiten,
findet sich ausnahmslos, nur ein Augenblick allein.

 

 

 

 

 

 

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Frei

So waren wir, gleich dem Kolibri,
der scheinbar bewegungslos in Lüften schwebt,
dem Tanze gleich der Herzen hebt,
im freien Leben eingefangen.

Ein Hoffnungsstrahl schien auf durch alle Weiten,
erhoben aus Nuancen des schwerelosen Sein.
Entschlossen an sich selbst zu glauben,
voll Zuversicht spross ungetrübt ein kleiner Keim.

Ein Haupt erwehrt sich tapfer all der Schwere,
sucht ohne Hemmung sich im freien Willen.
Als könnt all des Lebens unerfüllte Wünsche,
nun und nimmermehr den Lichtblick dimmen.

Der Wind erhob sich mannigfaltig aus der Stille,
trug mit sich all das verwunschene Begehren.
Gelüste sannen zeitlebens Drang und Durst,
doch tapfere Herzen wollten sich erwehren.

„Es gibt nichts Freieres als die Freiheit!“,
riefen Rebellen stets den Despoten ins Gesicht.
Frei werden, frei bleiben, frei sein,
ist des Schuldbekenntnisses nachgeboren Licht.