Nie sah ich, wahrlich etwas schöneres als Dich!

 
Wie zarte Knospen leicht vom Morgentau bedeckt,
band ungestillte Sehnlichkeit,
nach Heimat frei von Schmerzen,
mich tief ans nebelhafte Reich der lichten Quelle.

Nächtig Vogelsang drang in mein Schlafgemach,
zog sanft die Decke vom dem Bette.
Dort saß ich benommen, dennoch aufgeschreckt,
als wenn ein Geist mich zwischen seinen Ketten hätte.

Die zähflüssige Zeit, fraß sich brennend in mein Herz hinein
und wollte ungeduldig angejahrte Ketten lauthals sprengen.

„Alles endlich!“, flüsterte ein Seufzer.
„Alles geht und zieht vorbei, selbst der kleinste Teil
wird schließlich sich teilen, nur um geteilt zu werden.
Und der Eintritt in Diesseits ist und war stets frei.

Fehler tat ich nunmal, drum war Unrecht
immer schon geboren tief aus aller Unwissenheit?
Sollte mancher Mangel an Erkenntnis,
entschuldigen fremd- und selbstbestimmtes Leid?

Nein, die Verantwortung, all der Schuld in meinem Sein,
trug, trag und werde tragen, stets nur ich allein.

Nie sah ich, wahrlich
etwas schöneres als Dich!
Verzeih mir, aber bitte entschulde mich nicht.