Schlaflied

Mir war so, als wenn ich immer noch träumte,
gefangen, wie im Schlaf durch Nebel ziehend.
Als gäbe es keine andere Welt mehr da draußen,
ein Halbschatten, der namenlosen Leere fliehend.

Wie war’s doch gleich, den Schlummer suchend
voller Leidenschaft ins Meer der Stille einzutauchen,
und so die Kammern meiner Brust warm zu fluten.
Wohlgemut, lichtundurchlässiges Dasein ferner Welt.

Schlaf, du stiller Fährmann meiner See.
Du bist aus meinen Unbewussten mir entsprungen
und suchtest stetig fernab des irdischen Lebens
ein Dasein, verborgen hinter all den lichten Tagen.

Als wärst du einem eigenen Schatten gleich,
kann nichts und niemand dir entfliehen.
In deinen leeren Armen darf und kann ich alles sein
und doch, erwache ich wieder nur zum Nichts allein.

„Wach auf!“ ,klingt ein Ruf durch alle Sphären.
„Wach auf, mein Freund,
kein Traum kann jemals Körper nähren!“