Hand in Hand

Wie eine Sinfonie, wie ein Schatten, der sich lichtet,
zog fern der Stille, sanft wie Morgentau voll gewaltiger Fülle,
jede Einzelheit zur Gesamtheit aller Dinge.

Bunt war die Welt und wollt es immer sein,
doch jeder Menschenfeind bleib misanthropisch,
verschlossen vor der Fülle, lieber nur mit sich allein.

Wie arm ein Herz sich wohl trägt,
wenn kalt der Sturm zur Diskriminierung bläst
und Missgunst nur Rassismus sät?

Alle Grenzen sind doch vom Menschen gemacht!
Wird Freiheit nicht entehrt,
wenn Erniedrigung durch Ausgrenzung kommt an die Macht?

Farbenfroh koloriert sich im Mitgefühl der Verstand,
kunterbunt gemischt, Hand in Hand,
wird wohl, reich und lebenswert so jedes Land.

So will der Mensch nur Mensch sein.
Und kein Tyrann.

 

 

 

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Silvester

Und die Korken knallten,
begrüßten das was kommen mag,
erfüllt von allem, was ein Dasein so zu bieten hat.

Wo könnt schöner sich der Sinn des Lebens präsentieren,
als wenn zum Ende, ein Neubeginn vor Augen liegt
und ein Fest, den Horizont hell erleuchtet,
wie ein Wunsch der tausendfach zum Himmel fliegt.

Auf den Straßen tanzen Menschen, singend, lachend,
halten sich im Arm,
und so manch Gedanke findet sich in Lippen,
im Fremden küssend, sich befreien von ihrer Scham.

Nur zaghaft wird zurückgeschaut,
und manch heimlich Träne nimmt nur still Abschied.
Denn bevor die Trauer überwiegt,
die Zeit schon wieder weiter flieht und uns zurück ins Leben zieht.

Alle Momente suchten ihre Zeit,
aber mancher findet nie den Augenblick,
wird allzu oft noch bedrängt von der Vergangenheit.
Doch heut um Mitternacht, ist jeder wohl zur Gegenwart bereit.

Kinderaugen leuchten,
und trübe Blicke werden wieder klar.
Überall ist Heiterkeit – ja, so wird unser aller Frieden wahr.

Ein frohes neues Jahr!

 

 

 

 

Achtung, könnte Ironie enthalten!

Ein romantisches Herz, folgt oftmals der Gesinnung,
die Liebenden folgen einer kosmischen Bestimmung.
Doch ist nicht auch der Zufall, wie ein Schmied des Glücks,
wenn er zwei Menschen, ungeplant, wie wahllos, zusammenrückt.

Hach ja, welch Zauber doch noch überall verborgen liegt
und unerschlossen, die Hoffnung über Verdrossenheit obsiegt.

Es mag egal sein, wie und warum zwei Menschen zueinander fanden,
wenn der Tonus, immerdar und unaufhörlich auf der gleichen Welle klingt.
Wenn Synapsen harmonisch, berauschst von Zweisamkeit endlos tanzen
und der Ruf des Lebens, symphonisch vom Gleichklang der Seelen singt.

Natürlich, wir wachsen auch an/in Zankerei und Streitigkeiten,
doch wievielerlei Entzweiung mag wohl ein Herz verzeihen?
Man konnte, wenn man wollte, denken und auch sagen,
Liebe geht eben nicht, allein nur durch den Magen.

Ist’s nicht vielmehr die unvergleichliche Geborgenheit,
die letztendlich ein Herz von endlosen Diskursen befreit?!
Auf Vertrauen baut nunmal Mensch sein Menschsein auf
und ohne Zugeständnisse, bremst Zwietracht nur den Lauf.

Doch Vorsicht, ein fauler Kompromiss, wär auch keine gute Wahl,
die Einigung- der Mittelweg, denn alles andre schmeckt oft nur fahl.

Nun gut, wer weiß schon wahrhaftig und traut sich wirklich noch zu sagen,
er hätte Antwort, auf all die irrtümlichen Beziehungsseiten-Fragen?!
Klingt meistens doch nur Oberlehrerhaft, kleinlich wie belehrend
und so transportiert sich, mach sachdienliche Information, nur verheerend.

Ein Herz, kann jeden Menschen lieben und vielleicht sollte es das auch tun.
Doch Partnerschaft, ist soviel mehr als Liebe,
mehr als die Hand die Du in guten, wie in schlechten Zeiten hältst.
Alles ist stetig im Wandel, letztendlich formen nur wir allein unser Selbst.

Nun bevor meine Zeilen hier noch in Sarkasmus entgleiten,
nicht jedes Wort muss für Dich, für mich, auch Ironie enthalten.

Nun glaubt was immer ihr auch wollt, jeder sucht nunmal sein eignes Gold.

 

 

 

 

Die geistarm Fehde

An einem kristallenen Bach, liegt eine kleine, so beschauliche Stadt
und das stetig fließende Gewässer, dreht unaufhörlich des Mühlhauses Rad.
In der Mitte dieses schönen Städtchens, knistern alltäglich,
aus dem Schlot der Bäckerei, jeden Morgen in der Früh die Ofenbrötchen.
Ich könnte jetzt von Frieden und Idylle Euch erzählen,
würde nicht schon seit unzähligen Jahren, das Ende einer Debatte, hier fehlen.

Denn zwischen dem Bäcker und dem Müller herrscht die Fehde,
durch wenn das Volke, in diesem Orte,
wohl am ehesten bestehe und so auch lebe.
Es mag polemisch sich anhören,
wodurch sie die Ruhe der Gemeinschaft störten.
Denn jeder von ihnen, in diesem Wiederstreit, war fest davon überzeugt,
dass der Andere seinen Standpunkt irgendwann noch schwer bereut.

Vom runden Tisch aus dem Wirtshaus,
trug sich dieser Streit zum ersten Mal, weit über Flur und Tal.
Zuviel der feuchtfröhlich Laune und überschwänglicher Gefühle,
da folgen schnell auch mal, die schweren Eichenstühle.
Auch geht es jetzt ein kleines bisschen gesitteter zu,
aber hier herrscht noch lange keine Ruh.
Denn Müller und Bäcker immer noch auf ihren hohen Rössern ritten
und sich zänkisch, unaufhörlich, stur nur weiter heiser stritten.

Es rollte doch der schwere Mühlstein, schon all zulange durch die kleine Stadt.
Denn am Stammtisch gab’s nach vielen Krügen,
nur immer neu gestimmte Rügen.
Selbst dem hartgesottenen Wirt verging das Lachen, denn durch dieses,
kalte Atmosphäre schaffen, konnt’ schlecht er nur noch Umsatz machen.
Auch war es dem Pastor, schon lange ein Dorn in seinem Auge,
doch er auf die Selbsterkenntnis seiner Schäfchen, voller Demut hoch vertraute.
In ihrem Wetteifern, ständig geifern, vergaßen sie,
sind doch beide ihres Handwerks Meister.
Hier ein paar, von ihren Allüren,
dieser nur sich selbst beweihräuchernden Lebensschwüre:

„Meine Hände tiefe Schwielen haben, von dem ständig schwere Säcke tragen.“
,keift bissig der Müller.
„Jede Nacht um Zwei klingt mir der Wecker“
,schnauft wutentbrannt dazu der Bäcker.
„Wer füllt denn hier dem Bürger seinen Magen“
,muss streitsüchtig der Müller ihm laut sagen.
„Ohne all die Köstlichkeiten, die ich aus deinem Mehl bereite,
würde niemand deinen Namen kennen“
, entgegnet überspitzt der Bäcker.
„Niemand! Niemand kann es sehen, täglich und zu allen Zeiten,
muss ich allein, den Mühlstein weiter auf den Körnern treiben,
um dir dein Mehle zu bereiten.“
„Ha, Ohne das Brot, das, ja das am Morgen gibt allen ihre Kraft,
du niemals hättest das geschafft!“
„Nein ich, durch mich!“, “Nein ich, durch mich!“.
Entgegneten sie stur, schonungslos und unaufhörlich immer weiter sich.

Nun aber genug gehört von der Empörung,
der Schönheit dieses kleinen Städtchens Störung.
Die Geschichte hätte wahrlich, ein bitter böses Ende noch genommen,
wäre da nicht in der Tat, der Tag der Wandlung, bitterernst,
mit der Sense leisem Zisch gekommen.
Denn dem Mühlstein versiegte der Nährgrund,
dem Müller ging sein Getreide aus.
Nun konnte beim besten Willen er, auch den Bäcker,
nicht mehr mit seinem Manufakt beliefern.
Drum fuhr der Bäcker, mit glühender Stirn, zu seinem Widersacher
an die Mühle raus.
Ja, alle Säcke waren, blieben leer und niemand fand ein Körnchen mehr.

Mit geballter Faust, wollt er den Kontrahenten, eine kräftig feine,
nicht zu große, aber auch nicht zu kleine, Ohrfeige einschenken.
Denn eines war ihm klar, dass dies nur,
die reinste Schikane von dem Sackverwalter war.
Doch vor der Mühle steht schon mit gesenktem Haupt der Müller,
ganz bleich als währ ihm schlecht,
das bringt den Bäcker, für einen Moment ab,
von seinem Recht auf das Gefecht.
Nun ja, es war die eben von dem Nachbarn noch erfahren, neuste Trauerkunde,
denn Vorgestern schlug des Bauern, letzte Abendstunde.

Die beiden standen stumm, nur Blick in Blick,
zum ersten mal seid Ewigkeiten, bewusst des anderen Geschick.
Denn ohne Roggen, Weizen; Gerste, war’s egal, wer ist der Erste.

Einige stille Tage nach des Bauers vorzeitigem Lebensende,
folgte unverhofft die, von dem Städtchen, schon so lang erwartete Wende.
Denn am Grab des Bauern, die Beerdigungsgäste tief trauern.
Alle rückten ganz nah zueinander, jede Träne, mit Abschiedstrauer voll getränkt
und doch wurden zu dieser wehmutvollen Zeit,
all die armen Seelen, mit Nähe und Verbundenheit, so reich beschenkt.
Nachdem der Sarg sanft gelassen in die Grub und jeder noch sein Kreuz
von Stirn zu Brust und Bauche schlug,
der Pastor den Müller und den Bäcker zu sich lud.

Er schaute ernsthaft in ihre bubenhaft wirkenden, wie leicht verschüchterten Gesichter.
Und so wurde er doch noch nach geraumer Zeit, zum lang ersehnten Friedensschlichter:

„Auch wollt ich dies schon immer sagen,
konnte euren Zwiespalt kaum ertragen.
So muss doch von Innen her, erst der Nährgrund stimmen,
damit meine Worte können wahrhaft zu euch dringen.
Auch könnt ich jetzt erzählen, dass der Bauer bestimmte eures Tages- Lauf!
Aber lebt hier tatsächlich jeder nur vom Brot allein,
wie arm und traurig, würd‘ dann denn unser aller Leben sein?!
Wer scheißt denn, täglich all den Dung fürs Feld,
ist dadurch nicht jeder Arsch, in dieser Stadt ein Held?
Ja Brüder, nun, wer kultivierte all die Samen, damit sie immer größere Ähren,
uns zur Ehre tragen, und geschah nicht sowieso alles nur in seinem Namen!“

Der Pastor mit dem Fingerzeig nach oben:
„Kommt lasst uns, nun zusammen die Gemeinschaft loben!“

Ehrfürchtig vor all des Herren Gaben, beschlossen sich Müller und Bäcker,
danach an einem Gerstensaft zu laben und endlich zu vertragen.
„Ohne dich mein Guter!“, „Nein ohne dich mein Bester“,
„Nur zusammen bestimmt sich unser Los,
Dank dem Bauern, ja, zum Wohle prost!“
„Auch prost zum Trost, na dann mal prost.“
Versöhnlich fortan blieb es und auch nach langen Zeiten,
die Beiden hört man nimmermehr miteinander streiten.
Denn nach der Grabrede, sie legten bei, ihre geistarm Fehde.

 

 

 

 

 

 

 

Lass mich Dein Mond sein

Draußen, sang die Nacht ihr schönstes Lied,
vom düstren Mond, der das Licht der Sonne liebt.

Ich sah das Licht, ich sah die Nacht.
Ich sah all das, was Leben schafft.
Ich hab gelacht, ich hab geweint.
Ich hab geweint, ich hab gelacht.
Und mit so unbedachten Schritten,
manchen unverzeihlichen Fehltritt gemacht.

Oftmals brach der Scheiß, wie ein Inferno über mich herein.
Suchte selten die Menge, blieb doch lieber, nur mit mir allein.

Unverhofft kamst Du und schenktest mir den Quell,
aus heiterem Himmel, wurd’, was einst noch dunkel war, so hell.
Urplötzlich, wollt ich immer mehr und rief es auch per se hinaus:
Zeig mir den Himmel, schenk mir all Dein Licht,
zeig mir die Welt, letztendlich, so wie sie wirklich ist.
Lass mich Dein Mond sein, Dein Quartier der Nacht,
in aller Dunkelheit, Dein Licht durch die Finsternis verströmen.
Damit zu guter Letzt sich Schwarz und Weiß,
auf meinem Angesicht, durch Deinen hellen Schein versöhnen.

Ich sah das Licht, ich sah die Nacht.
Ich sah all das, was Leben schafft.
Ich hab gelacht, ich hab geweint.
Ich hab geweint, ich hab gelacht.
Und mit so unbedachten Schritten,
manchen unverzeihlichen Fehltritt gemacht.

Oftmals brach der Scheiß, wie ein Inferno über mich herein.
Suchte selten die Menge, blieb doch lieber, nur mit mir allein.

Die Wärme floss über mein kaltes Haupt
und jeder Strahl fand seinen Weg.
Was einst unheimlich und bedrohlich, wurde ad acta gelegt.
Auch bin ich nur ein Spiegel Deiner Selbst und Herrlichkeit,
so fühl ich, nach langer Zeit des Wartens, was Sehnsucht heißt,
wenn das Schicksal, zwei Leben, für immer zusammenschweißt.

Oh Du meine Sonne, lass mich Dein Mond sein…!

 

 

 

 

Narben

Narben erzählen Geschichten,
mal traurig tief betrübt, mal kühn von Mut beseelt.
Ohne all meine Narben, hätt‘ ich nie zu leben gewählt.

Von den höchsten Bergen, zu den tiefsten Tälern,
überall lernte ich nur aus und von meinen Fehlern.

Wer ohne Narben blieb hat nicht gelebt,
kletterte wohl nicht wagemutig auf Berge,
sprang nicht von den höchsten Bäumen.
Jener vermochte wohl jedes Wagnis zu versäumen.

So viele meiner Narben in aller Stille nun verblassen.
Doch meine immer noch aufgeregten Finger,
sie mal freudig, mal in Erinnerung schwelgend,
zärtlich streicheln und selbstbewusst erfassen.

Auch wenn ach so viele Narben,
immerdar Schmerz mit sich trugen und noch tragen.
Möcht’ ich mit erhoben Haupte, nun wagen:
„Ich bin stolz auf sie!“ zu sagen.

Von dunkelsten Ozeanen, zu den hellsten Weiten,
keine noch so tiefe Narbe überdauert alle Zeiten.

Narben erzählen Geschichten,
mal traurig tief betrübt, mal kühn von Mut beseelt.
Ich schaue an mir herunter und bin so froh, dass keine fehlt!

 

 

 

 

 

Imperfekt

Wie ein geheimnisvolles Licht,
das durch die Mauern des Vergessens scheint,
fängt ruhevolles Schweigen,
vertrauensvoll gedankenleere Stille ein.

Einen Schritt noch, einen tiefen Atemzug,
ein letzter Seufzer, das Gestern unter sich begrub.

Das Terrain glich einer verwüsteten Wüste,
voller Steine mit feurig rotem Sand.
Der Weg formte sich erst, bei jedem Schritt,
unter den Füßen und urbar, mit jedem Tritt,
erhob sich Grün, aus der Einöde menschenleerem Land.

In ach so kalten Nächten, am wärmenden Feuer sitzend,
wehte der fühlbare Hauch der Sterne unantastbar vorbei.
Begehrlich wurden Träume, zu machtvollen Wünschen,
doch oftmals fand sich im Leben nur, das tägliche Einerlei.

Ein Schlüssel ist der Ausdruck, der sich im Schaffen findet.
Ein Trugbild ist der Spiegel, an den sich Zwielicht bindet.

So weit, weit entfernt, mag finden sich ein Königreich,
wo Dämmergrau, zu goldenen Farben sich entflammt.
Wo es, für alle Tage, egal sein wird, wer Arm, wer Reich,
und jeder winzige Traum kostbarer ist, als der größte Diamant.

 

 

 

Ein neuer Wunsch, ein neues Ziel

 

Wenn ein Lebenstraum stirbt,
kann niemand ihm neues Leben einhauchen,
denn Zeit misst sich nunmal in Vergänglichkeit.
Doch neue Träume schließen sich an,
wenn jeder neue Morgen im Hoffen begann.
All die Jahre vergingen rückblickend wie im Flug
und so manch flüchtiger Moment,
nur den Augenblick eines Trugbildes in sich trug.

Denn wir reifen, lassen ziehen,
wenn wir selber zogen fort
und all die Lehren die wir mehren,
bereichern Ort für Ort.

Einfach Mensch sein, sagt sich einfach, doch das Mühen schmerzt oft sehr.
Keiner ist letztendlich, all der unbeantwortbaren Fragen, grenzenloser Herr.

Lasst uns dennoch weiter träumen,
lasst uns, unser kindliches Gemüt bewahren
und durch gegenwärtige Gefahren, unverzagt weiter gehen.
Manchmal ist’s und wird’s nur so erträglich und verständlich,
mit geschlossnem Blick die Wahrheit der Wirklichkeit zu sehen.
Und wo ein Traum auch immer sterben mag,
da wird ein neuer Wunsch geboren,
so dass auf jeder Lebensbahn, ein neues Ziel wird auserkoren.

Denn wir reifen, lassen ziehen,
wenn wir selber zogen fort
und all die Lehren die wir mehren,
bereichern Ort für Ort.

Einfach Mensch sein, sagt sich einfach, doch das Mühen schmerzt oft sehr.
Keiner ist letztendlich, all der unbeantwortbaren Fragen, grenzenloser Herr.

 

 

 

 

Bei Sonne wie bei Regen

Weiter, immer weiter, schreiten Wir
querdurch die Zeit, unter ferner liefen.

Wie eine Möwe gleitet reglos im Wind,
wie und wo,
das Andenken des Denkens auch beginnt,
manch Souvenir paralysiert den Sinn,
der sogar fest umklammert, doch nur entrinnt.

Wurzeln sind und waren geistig Ursprung,
jegliche Herkunft, Herd, Quelle,
ja, die Wiege unseres Selbst,
bettet sanft in warmer Erde unser Erbe.

Selbst wer nichts entscheidet, hat sich doch entschieden.
Doch was ist, nach dieser Entscheidung noch geblieben?

Wir verknüpfen all die Stränge,
weben fleißig linear zur gewissen Länge,
schnurgerade unser Band.
Fesseln uns ans Abgelegte, legen uns in Ketten,
anstatt aus dieser Knechtschaft sich zu retten.

„Lass Dich nicht verstricken!“, hat der Widerspruch gewarnt.
Doch wetterwendisch der Wankelmut den Unverstand umarmt.

Nie versiegt was stetig liebt.
Es geht nicht ums Loslassen, es geht ums halten.
Sich im Leben, bei Sonne wie bei Regen, Halt zu geben.

 

 

 

Wolkenschlösser

Und der Himmel ist blau,
in den ich Wolkenschlösser bau.
Und wir ziehen gen Süd’,
bevor der Nordstern verglüht.

Ja, immer wieder heben wir den Kopf,
wir leben frei, sind bereit.
Reisen bis zum Ende der Zeit
und ist der Weg noch so weit,
wir leben nun frei, sind bereit.

Jeder Stein, ob groß, ob klein,
wird im Vorbeigehen nur gezählt.
Ob wir stolpern oder wanken,
wir haben zu leben gewählt.

Und der Himmel ist blau,
in den ich Wolkenschlösser bau.
Und wir ziehen gen Süd’,
bevor der Nordstern verglüht.

Ja, so lang wir zusammen sind,
trägt der Wind unser Lied.
In jeder Sekunde, bei jedem Herzschlag,
wird auf dieser Welt doch geliebt.

Immer Hand in Hand,
lebt unser Herz im Verstand.
Wir leuchten selbst in tiefster Nacht,
solang der Mond mit uns lacht.

Und der Himmel ist blau,
in den ich Wolkenschlösser bau.
Und wir ziehen gen Süd’,
bevor der Nordstern verglüht.

Ja, immer wieder heben wir den Kopf,
wir leben frei, sind bereit.
Reisen bis zum Ende der Zeit
und ist der Weg auch so weit,
wir leben nun frei, sind bereit.